Von Carola Pönisch

Dresden. Jean-Étienne Liotards Gemälde »Das Schokoladenmädchen« ist weltberühmt und in der Gemäldegalerie Alte Meister zu bewundern. Seit 2018 kürt die Dresdner Konditoren-Innung ein eigenes (lebendiges) Schokoladenmädchen. Auf Michelle Klinkenberg folgt nun Louisa-Marie Eger.

Sie ist bildhübsch, 20 Jahre jung, schlau (mit Abi in der Tasche) und leidenschaftliche Tortenbäckerin. Gute Voraussetzungen also, die angehende Konditorin Louisa-Marie Eger zum »Dresdner Schokoladenmädchen« zu küren.

Ein Jahr lang wird die gebürtige Dresdnerin nun das Thema Dresden und Schokolade vertreten. Denn die erste Milchschokolade der Welt stammt nachweislich von hier, wurde 1939 in der Dresdner Neustadt erstmals von Gottfried Heinrich Christoph Jordan (1791-1860) und August Friedrich Christian Timaeus (1794-1875) aus Kakao, Zucker und Eselsmilch hergestellt und in kleine Täfelchen gepresst.

Doch noch viel mehr als dieses »Schokogrundwissen« zu vermitteln soll Louisa-Marie das Konditorenhandwerk präsentieren und junge Leute für dieses kreative Handwerk begeistern. Denn Begeisterung fürs Backen und Verzieren führten auch bei ihr dazu, dass sie sich gegen ein Studium und für eine Berufsausbildung zur Konditorin entschied. Die absolviert sie übrigens im Dresdner Hotel Hilton zur vollsten Zufriedenheit ihres Ausbilders Marc Hitschke, Konditormeister des Hotels. Er bescheinigt ihr ein großes Talent für Pralinés und Patisserie: »Louisa hatte sich mit einer Fotomappe ihrer Arbeiten beworben, da wird mancher Geselle neidisch«, schwärmt er.

Jens Gradel, Obermeister der Dresdner Konditor-Innung und 2004 selbst Olympiasieger bei der Olympiade der Patisserie in Erfurt, verspricht sich ebenfalls viel vom neuen Schokoladenmädchen: »Sie wird unsere Zunft auf Fachmessen und Ausstellungen vertreten, aber auch auf der Messe Karrierestart, wo sie zeigen kann, was für ein tolles Handwerk die Konditorei ist.« Aus diesem Grund wird die Innung auch weiterhin in den Reihen ihrer eigenen Ausbildungsbetriebe nach Azubinen Ausschau halten, die das Amt des Schokoladenmädchens ausüben. »Sie sollen nicht nur theoretische Kenntnisse haben, sondern wissen, wann Schokolade temperiert, wie eine mehrstöckige Torte aufgebaut wird und was für Mühe in einer guten Praline steckt«, sagt Jens Gradel. Das alles im Ehrenamt, ohne dass die Ausbildung zu kurz kommt, wie er noch ergänzt.

Nächstes Jahr, wenn Lehre und Amt beendet sind, will Louisa jedenfalls ein Jahr lang im Ausland Erfahrungen sammeln. Bis dahin ist sie Dresdens hübscheste Versuchung, seit es Schokolade gibt.

Quelle: https://www.wochenkurier.info/sachsen/dresden/artikel/dresdens-neues-schokoladenmaedchen-73970/

Foto: Pönisch

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